Karten bewerten
Pokémon-Karten-Zustand bestimmen: NM, EX und Played erklärt
Whitening, Kratzer oder Knicke richtig einordnen: So prüfst du Pokémon-Karten und machst aussagekräftige Fotos für deine Ankaufanfrage.

Der Zustand gehört zu den wichtigsten Merkmalen einer Pokémon-Karte. Zwei Exemplare derselben Karte können sich deutlich unterscheiden, wenn eines nahezu unberührt ist und das andere Kratzer, weiße Kanten oder einen Knick aufweist. Für eine Ankaufanfrage musst du trotzdem kein professioneller Grader sein. Eine ehrliche Einschätzung, gute Fotos und ein kurzer Hinweis zu sichtbaren Mängeln reichen für die erste Prüfung meist aus.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du Vorderseite, Rückseite, Ecken, Kanten und Oberfläche Schritt für Schritt kontrollierst. Wenn du dir danach noch unsicher bist, kannst du im MasterYourSet-Formular einfach „Nicht sicher“ wählen. Wir prüfen deine Angaben und Bilder persönlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Prüfe immer Vorder- und Rückseite der Karte.
- Nutze helles, indirektes Licht und kippe die Karte leicht, damit Kratzer und Druckstellen sichtbar werden.
- Achte besonders auf weiße Stellen, abgenutzte Ecken, Kratzer, Knicke, Verschmutzungen und Feuchtigkeitsschäden.
- Bewerte eine Karte im Zweifel vorsichtiger und beschreibe auffällige Stellen.
- Gute Fotos sind für die erste Einschätzung hilfreicher als eine möglichst optimistische Zustandsangabe.
- Die endgültige Zustands- und Echtheitsprüfung erfolgt erst nach Eingang der Karte.
Warum beeinflusst der Zustand den Wert?
Sammler vergleichen nicht nur Kartenname, Set und Kartennummer. Auch Sprache, Variante, Nachfrage und Erhaltung spielen eine Rolle. Eine Karte mit sauberer Oberfläche und nahezu unversehrten Kanten ist in der Regel gefragter als dasselbe Motiv mit deutlichen Spiel- oder Lagerspuren.
Eine Zustandsangabe ist dennoch keine mathematisch exakte Messung. Besonders an den Grenzen zwischen zwei Stufen können Menschen dieselbe Karte unterschiedlich einschätzen. Deshalb betrachten wir nicht nur die ausgewählte Bezeichnung, sondern auch deine Fotos und später die tatsächliche Karte.
So prüfst du eine Pokémon-Karte richtig
1. Einen geeigneten Platz vorbereiten
Wasche und trockne deine Hände und nutze eine saubere, trockene Unterlage. Eine helle, einfarbige Fläche hilft dabei, Kanten und Verunreinigungen zu erkennen. Direktes hartes Sonnenlicht kann spiegeln; gleichmäßiges Tageslicht oder eine diffuse Lampe ist meist besser.
Nimm die Karte vorsichtig an den Rändern aus der Hülle. Prüfe sie nicht durch eine zerkratzte Sleeve, weil Schäden der Hülle sonst wie Schäden der Karte wirken können. Bei empfindlichen oder wertvolleren Karten darfst du sie direkt nach der Prüfung wieder schützen.
2. Vorderseite ansehen
Betrachte zunächst das gesamte Kartenbild. Achte auf:
- sichtbare Kratzer und matte Stellen,
- Druck- oder Stoßstellen,
- Verschmutzungen und Rückstände,
- Knicke, Falten oder Wellen,
- Abrieb an der Oberfläche und
- Auffälligkeiten auf holografischen Bereichen.
Kippe die Karte langsam unter dem Licht. Feine Oberflächenkratzer oder leichte Dellen werden häufig erst aus einem flachen Winkel sichtbar.
3. Rückseite kontrollieren
Auf der meist dunkleren Rückseite fallen weiße Punkte und Abrieb an Ecken und Kanten besonders deutlich auf. Dieses sogenannte Whitening entsteht, wenn die bedruckte Oberfläche am Rand abgerieben wird und der hellere Kartenkern sichtbar wird.
Eine Karte kann vorne sehr sauber aussehen und hinten trotzdem stärkere Spuren haben. Für deine Einschätzung zählt deshalb immer die schlechter erhaltene Seite mit.
4. Ecken und Kanten prüfen
Sieh dir alle vier Ecken einzeln an. Kleine weiße Punkte sind etwas anderes als großflächiger Abrieb, aufgefaserte Kanten oder gestauchte Ecken. Fahre nicht mit dem Fingernagel über eine auffällige Stelle und versuche nicht, eine Kante zu glätten. Dadurch kann zusätzlicher Schaden entstehen.
5. Karte flach betrachten
Lege die Karte kurz auf eine ebene Fläche. Eine deutliche Wölbung, ein Knick oder eine bleibende Verformung sollte angegeben und fotografiert werden. Bei Wasserflecken, aufgequollenem Material, Rissen oder abgelösten Schichten ist die Karte klar beschädigt.
Was bedeuten Near Mint, Excellent und Played?
Die Grenzen sind nicht in jedem Einzelfall eindeutig. Die folgenden Beschreibungen helfen dir als praktische Orientierung für unsere Anfrage.
Near Mint (NM)
Eine Near-Mint-Karte wirkt auf den ersten Blick nahezu unbenutzt. Vorder- und Rückseite sind sehr sauber. Wenn überhaupt, sind nur minimale herstellungs- oder lagerungsbedingte Auffälligkeiten erkennbar.
Deutliche Kratzer, mehrere gut sichtbare weiße Stellen, beschädigte Ecken, Knicke oder Verschmutzungen passen nicht zu Near Mint. „Frisch aus dem Booster“ bedeutet außerdem nicht automatisch, dass eine Karte makellos ist: Auch beim Druck, Schneiden, Verpacken oder Öffnen können kleine Spuren entstehen.
Excellent (EX)
Excellent beschreibt eine gut erhaltene Karte mit leichten, sichtbaren Gebrauchs- oder Lagerspuren. Dazu können vereinzeltes Whitening, leichte Kantenabnutzung oder feine oberflächliche Spuren gehören. Die Karte sollte insgesamt weiterhin gepflegt wirken und keine schweren strukturellen Schäden aufweisen.
Wenn du zwischen Near Mint und Excellent schwankst, ist Excellent meist die vorsichtigere Angabe. Ergänze aussagekräftige Fotos, damit wir die Karte besser einschätzen können.
Played
Im MasterYourSet-Formular fasst „Played“ deutlich sichtbare Spiel- und Gebrauchsspuren zusammen. Dazu können stärkeres Whitening, mehrere Kratzer, deutlicher Abrieb oder stärker beanspruchte Ecken gehören.
Interessante Einzelkarten können auch im Zustand Played angefragt werden. Der tatsächliche Zustand beeinflusst dabei die Bewertung und den möglichen Ankaufspreis. Knicke, Risse, Feuchtigkeits- oder andere schwere Schäden solltest du zusätzlich im Hinweisfeld nennen und fotografieren. Stark beschädigte Karten gehören nicht in den normalen Bulk.
Nicht sicher
Du musst dich nicht zwischen zwei Zuständen festlegen, wenn du die Karte nicht sicher beurteilen kannst. Wähle „Nicht sicher“, lade gut erkennbare Fotos hoch und beschreibe auffällige Stellen. Diese ehrliche Angabe ist hilfreicher als eine zu optimistische Einstufung.
Häufige Zustandsmerkmale einfach erklärt
Whitening
Weiße Punkte oder Flächen an Ecken und Kanten entstehen durch Abrieb der bedruckten Schicht. Einzelne winzige Punkte sind anders zu bewerten als großflächig aufgehellte oder ausgefranste Ränder.
Kratzer und matte Oberfläche
Kratzer sind unter schrägem Licht am besten sichtbar. Bei Holo-Karten fallen sie oft besonders auf. Prüfe vorher, ob der Kratzer wirklich auf der Karte und nicht nur auf der Schutzhülle liegt.
Druckstellen und Dellen
Eine Delle kann vorhanden sein, obwohl die Farbe an der Stelle unbeschädigt wirkt. Fotografiere die Karte deshalb auch leicht angewinkelt, wenn eine Vertiefung oder Erhebung sichtbar ist.
Knicke und Falten
Ein Knick betrifft die Struktur der Karte und ist mehr als eine kleine Oberflächenspur. Versuche nicht, ihn durch starkes Pressen oder Gegenbiegen zu beseitigen. Weise stattdessen offen darauf hin.
Wölbung
Vor allem holografische Karten können sich durch Temperatur oder Luftfeuchtigkeit wölben. Eine leichte Wölbung ist nicht dasselbe wie ein Knick, sollte bei einer deutlichen Ausprägung aber auf einem seitlichen Foto erkennbar sein.
De-Centering
Beim De-Centering sitzt das Druckbild nicht mittig auf der Karte. Das erkennst du daran, dass der äußere Rand auf einer Seite deutlich breiter ist als auf der gegenüberliegenden Seite. Es handelt sich nicht um einen nachträglich entstandenen Spielschaden, sondern um eine Abweichung aus der Herstellung. Bei sammelwürdigen Einzelkarten kann starkes De-Centering die Bewertung dennoch beeinflussen. Fotografiere die Karte dafür möglichst gerade von vorne und hinten, damit die Randbreiten vergleichbar sind.
Feuchtigkeit, Schmutz und Geruch
Wasserflecken, aufgequollene Schichten, klebrige Rückstände, Schimmel oder ein starker Rauch- und Kellergeruch sind relevante Mängel. Solche Karten solltest du von der restlichen Sammlung trennen und in der Anfrage ausdrücklich erwähnen.
Bemalungen und veränderte Ränder
Nachgemalte Kanten, Markierungen, Klebstoff oder andere nachträgliche Veränderungen dürfen nicht als normale Gebrauchsspuren behandelt werden. Gib solche Veränderungen offen an und versuche nicht, sie vor dem Fotografieren zu verdecken oder zu entfernen.
Gelten bei Vintage-Karten andere Maßstäbe?
Das Alter einer Karte allein macht aus sichtbaren Schäden keinen besseren Zustand. Auch eine alte Karte wird anhand ihrer tatsächlichen Erhaltung beurteilt. Gleichzeitig kann eine seltene oder gefragte Vintage-Karte trotz Gebrauchsspuren interessant sein. Auch bei solchen Karten hat der konkrete Zustand einen erheblichen Einfluss auf die Bewertung und den möglichen Ankaufspreis.
Lege ältere auffällige Karten daher nicht ungeprüft zum normalen Bulk. Erfasse sie bei Bedarf als Einzelkarten, lasse sie geschützt und ergänze Vorder- und Rückseitenfotos. Wir betrachten Karte, Variante und Zustand gemeinsam.
Gute Fotos für die Ankaufanfrage aufnehmen
Du brauchst keine professionelle Kamera. Ein aktuelles Smartphone und eine ruhige, gut beleuchtete Aufnahme reichen meist aus.
- Fotografiere die Karte ohne störende Spiegelungen.
- Zeige Vorder- und Rückseite vollständig und scharf.
- Nutze einen ruhigen, einfarbigen Hintergrund.
- Ergänze bei Kratzern oder Dellen ein schräges Detailfoto.
- Schneide Ecken und Kanten nicht aus dem Bild.
- Verwende keine Filter oder automatische Bildverbesserung, die Mängel verdecken könnte.
- Achte darauf, dass keine persönlichen Dokumente oder Adressdaten im Hintergrund sichtbar sind.
Bei mehreren Karten ist zusätzlich ein Übersichtsbild sinnvoll. Besonders wertvolle oder auffällige Karten solltest du trotzdem einzeln und von beiden Seiten zeigen.
Zustand im MasterYourSet-Formular angeben
Für Raw-Einzelkarten kannst du Near Mint, Excellent, Played oder Nicht sicher auswählen. Trage außerdem Kartenname und möglichst Set oder Kartennummer ein. Im Hinweisfeld kannst du sichtbare Besonderheiten kurz beschreiben, zum Beispiel: „leichte weiße Stellen an zwei Ecken“ oder „feiner Kratzer auf der Holo-Fläche“.
Die Angabe dient der ersten Einschätzung. Sie ist weder ein professionelles Grading noch die abschließende Ankaufbewertung. Nach Eingang prüfen wir die tatsächliche Karte und gleichen sie mit den Angaben und Fotos ab.
Für normalen Bulk ist keine Einzelbewertung jeder Karte erforderlich. Wirklich beschädigte Karten in schlechtem Zustand solltest du jedoch aussortieren. Vermutlich wertvollere, ältere oder besondere Karten kannst du separat als Einzelkarten ergänzen. Mehr zur Vorbereitung größerer Mengen findest du in unserem Ratgeber Pokémon-Bulk richtig sortieren.
Häufige Fragen
Ist eine boosterfrische Karte automatisch Near Mint?
Nicht zwingend. Kleine Druck-, Schnitt- oder Verpackungsspuren können bereits vor dem Öffnen entstehen. Prüfe deshalb auch eine frisch gezogene Karte von beiden Seiten.
Wie schlimm sind weiße Punkte an den Ecken?
Das hängt von Anzahl, Größe und übriger Erhaltung ab. Ein winziger Punkt ist nicht mit großflächigem Abrieb gleichzusetzen. Fotografiere die Rückseite scharf und wähle im Zweifel die vorsichtigere Einstufung.
Muss ich jede Bulk-Karte einzeln kontrollieren?
Nein. Eine grobe Sichtprüfung reicht für die Anfrage aus. Stark geknickte, eingerissene, verschmutzte oder feuchte Karten solltest du aussortieren.
Kauft ihr Karten im Zustand Played an?
Ja, interessante Einzelkarten können grundsätzlich auch im Zustand Played angefragt werden. Ob ein Ankauf möglich ist und welcher Preis infrage kommt, hängt von der konkreten Karte und ihrem tatsächlichen Zustand ab. Beschreibe deutliche Mängel und lade passende Fotos hoch. Stark beschädigte Karten können wir nicht als normalen Bulk berücksichtigen; besondere Einzel- oder Vintage-Karten dürfen dennoch zur individuellen Prüfung angefragt werden.
Ist eure Einschätzung ein professionelles Grading?
Nein. Wir bewerten die Karte für die konkrete Ankaufanfrage. Eine professionelle Grading-Firma prüft nach einem eigenen Verfahren und versiegelt die Karte gegebenenfalls in einem bewerteten Case. Slabs sind aktuell nicht Bestandteil unseres Ankaufsformulars.
Was wähle ich, wenn ich zwischen zwei Zuständen schwanke?
Wähle die vorsichtigere Stufe oder „Nicht sicher“. Gute Vorder-, Rückseiten- und Detailfotos helfen uns mehr als eine erzwungene Einordnung.
Bereit für deine unverbindliche Anfrage?
Erfasse deine Raw-Einzelkarten mit Name, Set oder Kartennummer, Sprache und deiner ehrlichen Zustandseinschätzung. Ergänze gute Fotos und wähle „Nicht sicher“, wenn du dir bei einer Karte nicht sicher bist. Wie der gesamte Prozess anschließend weitergeht, erklären wir im Ratgeber Pokémon-Karten verkaufen: So läuft der Ankauf ab. Wir prüfen deine Angaben persönlich und melden uns innerhalb von drei Werktagen.
Auch Kartennummer, Set, Variante und Sprache beeinflussen die Einordnung. Eine kompakte Methode dafür findest du im Ratgeber Pokémon-Karten-Wert bestimmen.
Nächster Schritt
Zustand geprüft? Dann starte deine Anfrage.
Erfasse deine Raw-Einzelkarten, ergänze Vorder- und Rückseitenfotos und wähle bei Unsicherheit einfach „Nicht sicher“.